Märchen in der Urfassung

Märchen tragen Urbilder eines guten Lebens in sich. Der Held / die Heldin muss verschiedene Herausforderungen bewältigen, sie bekommen dabei Unterstützung von verschiedenen Seiten und am Ende siegt immer das Gute über das Böse.

Märchen in der Urfassung als Archetypen, leitfaden für das unbewusste

Mit den Märchen wird daher die Zuversicht auch bei schwierigen Verhältnissen im Außen in unserem Unterbewusstsein verankert. Verschiedene Märchen behandeln dabei verschiedene Konstellationen, z.B. „Schneewittchen“ das Thema der Ablösung von einer sehr vereinnahmenden Mutter oder „Eisenhans“ die Stufen des Erwachsenwerdens vom Jungen zum Mann. Indem sie auf unser Unterbewusstsein wirken, haben Märchen auch eine therapeutische und lösende Wirkung. Die ursprünglichen, heilsamen Archetypen sind allerdings nur in den Urformen der Märchen enthalten. Leider wurden die Märchen schon frühzeitig dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. So war es in der ursprünglichen Fassung von „Schneewittchen“ die Mutter selbst, die der Prinzessin nach dem Leben trachtete. Die Brüder Grimm bekamen Gegenwind, änderten das Märchen ab und setzten die Stiefmutter an die Stelle der Mutter. Leider wurde daher auch die Botschaft geändert und der Archetyp ist vergiftet für unser Unterbewusstsein.

In dieser Zeit der Unsicherheit und Veränderung ist es wichtig, dass wir uns wieder auf die ursprünglichen Archetypen unserer Kultur zurückbesinnen. Sie wirken auf unser Unbewusstes und leiten uns den Weg in einer lichtvollere Zukunft! Daher werde ich nach und nach ursprüngliche Fassungen von Märchen auf meine Homepage stellen.

Der Eisenhans 

Das Märchen vom Eisenhans begleitet einen Jungen auf dem Weg zum Mann, aber auch für erwachsene Männer und Frauen ist der "Eisenhans" lehrreich, gerade in der heutigen Zeit. Denn es geht darum, in seine eigene Kraft zu kommen. Der Junge im Märchen muss sich von der Mutter lösen, etwas Verbotenes tun. Er lernt in der Natur, geht bei verschiedenen Vaterfiguren in die Lehre. Später muss er für die Seinen kämpfen und sie schützen. Er muss für sich selbst einstehen, um die Prinzessin zu erobern. 

Sneewittchen

Die Erlösungstat in der Urfassung von Schneewittchen ist, dass ein Diener, der das leblose Schneewittchen immer hin und hertragen muss, seiner Wut Ausdruck verleiht und ihr einen Schlag in den Rücken gibt. Dadurch wird der vergiftete Apfelschnitz gelöst und Schneewittchen erlöst. 

Was ist Dein vergifteter Apfelschnitz, von dem Du aufgefordert bist, Dich zu befreien?

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Im Märchen vom Froschkönig in der Urfassung küsst die Königstochter den Frosch nicht, sondern sie wirft ihn, nachdem sie in ihrem eigenen Zimmer ist, wo sie entscheidet, voller Wut an die Wand! Das Märchen vom Froschkönig lehrt uns, bestehende (patriarchale) Regeln zu überprüfen und am Ende unseren Herzen zu folgen. Wir sollen auch negative Gefühle wie Wut zulassen und ausleben. Nur so kann am Ende etwas Schönes entstehen!