Schneewittchen, der Froschkönig und der Wolf - 13 Märchen für Erwachsene

(Volks)Märchen tragen Urbilder eines guten Lebens in sich. Sie beschreiben typische psychische und gesellschaftliche Prozesse und gehen am Ende immer gut aus! Sie wirken auf unser Unterbewusstsein und verankern dort Urvertrauen. 

In dieser Zeit der Unsicherheit und Veränderung kann es daher sehr hilfreich sein, wenn wir uns wieder auf die ursprünglichen Archetypen unserer Kultur zurückbesinnen. 

Der Held / die Heldin im Märchen muss verschiedene Herausforderungen bewältigen. Dabei bekommt er/ sie Unterstützung von verschiedenen Seiten. Am Ende siegt immer das Gute über das Böse. Mit den Märchen wird daher die Zuversicht auch bei schwierigen Verhältnissen im Außen in unserem Unterbewusstsein verankert. Verschiedene Märchen behandeln dabei verschiedene Konstellationen, z.B. „Schneewittchen“ das Thema der Ablösung von einer sehr vereinnahmenden Mutter oder „Eisenhans“ die Stufen des Erwachsenwerdens vom Jungen zum Mann. Indem sie auf unser Unterbewusstsein wirken, haben Märchen auch eine therapeutische und lösende Wirkung. Die ursprünglichen, heilsamen Archetypen sind allerdings nur in den Urformen der Märchen enthalten. Leider wurden die Märchen schon frühzeitig dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. So war es in der ursprünglichen Fassung von „Schneewittchen“ die Mutter selbst, die der Prinzessin nach dem Leben trachtete. Die Brüder Grimm bekamen Gegenwind, änderten das Märchen ab und setzten die Stiefmutter an die Stelle der Mutter. Leider wurde daher auch die Botschaft geändert und der Archetyp ist vergiftet für unser Unterbewusstsein.

In dieser Zeit der Unsicherheit und Veränderung ist es wichtig, dass wir uns wieder auf die ursprünglichen Archetypen unserer Kultur zurückbesinnen. Sie wirken auf unser Unbewusstes und leiten uns den Weg in einer lichtvollere Zukunft! Daher werde ich nach und nach ursprüngliche Fassungen von Märchen auf meine Homepage stellen. Es handelt sich dabei um 13 Märchen, die Edith Helene Dörre in ihrem Buch: "Das Edelsteinfundament. Ein homöopathischer Entwicklungsweg durch 13 Edelsteine und Märchen" vereint hat.

Sneewittchen

Die Erlösungstat in der Urfassung von Schneewittchen ist, dass ein Diener, der das leblose Schneewittchen immer hin und hertragen muss, seiner Wut Ausdruck verleiht und ihr einen Schlag in den Rücken gibt. Dadurch wird der vergiftete Apfelschnitz gelöst und Schneewittchen erlöst. 

Was ist Dein vergifteter Apfelschnitz, von dem Du aufgefordert bist, Dich zu befreien?

Der Eisenhans 

Das Märchen vom Eisenhans begleitet einen Jungen auf dem Weg zum Mann, aber auch für erwachsene Männer und Frauen ist der "Eisenhans" lehrreich, gerade in der heutigen Zeit. Denn es geht darum, in seine eigene Kraft zu kommen. Der Junge im Märchen muss sich von der Mutter lösen, etwas Verbotenes tun. Er lernt in der Natur, geht bei verschiedenen Vaterfiguren in die Lehre. Später muss er für die Seinen kämpfen und sie schützen. Er muss für sich selbst einstehen, um die Prinzessin zu erobern. 

Rotkäppchen und der böse Wolf

Nicht nur um die Einhaltung von Regeln, sondern auch um viel Lebensfreude (den Blumen am Weg Beachtung schenken, in einen Trog voller Wurstbrühe springen etc.) geht es in diesem Märchen in seiner ursprünglichen Fassung.


König Lindwurm

Dieses Märchen hat die Themen Mütterlichkeit, Inkarnation, Erdung, Geburt und Tod zum Gegenstand. Die Mutter taucht in Gestalt der alten Weisen und auch der jungen Schäferstochter auf, die Verantwortung übernehmen muss. Sie badet die Reste des Drachens am Ende in "warmer süßer Milch" und daraus entsteht dann ein schöner Prinz. 

Das singende, springende Löweneckerchen

In diesem Märchen geht es vor allem darum, wie Mann und Frau in einer Beziehung reifen und welchen Weg dabei der Mann und welchen die Frau gehen muss. 


Das Mädchen ohne Hände

In diesem Märchen geht es darum, wie wir hand-lungsfähig werden, auch wenn uns die Handlungsfähigkeit erst einmal genommen wird - in diesem Fall sogar durch den eigenen Vater, der zugunsten eines Leben ohne Anstrengung seine Tochter leichtfertig an den Teufel verkauft hat. Aber trotz allem schweren Schicksal - dem Mädchen gelingt es, am Ende ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen.  


Brüderchen und Schwesterchen

Im Märchen vom Brüderchen und Schwesterchen geht es um den männlichen und den weiblichen Anteil (in uns). Am Ende leben beide glücklich miteinander. Das Märchen handelt auch davon, an die lebendige Quelle angebunden zu sein und davon, als Frau alle Seiten von Weiblichkeit zu leben.

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Im Märchen vom Froschkönig in der Urfassung küsst die Königstochter den Frosch nicht. Sie wirft ihn, nachdem sie in ihrem eigenen Zimmer ist (wo sie allein entscheidet!), voller Wut an die Wand. Das Märchen vom Froschkönig lehrt uns, bestehende (patriarchale) Regeln zu überprüfen und am Ende unseren Herzen zu folgen. 


Die Kristallkugel

In diesem Märchen geht es um eine überblickende Zusammenschau. Alles hängt mit allem zusammen und bildet so ein komplexes, wundervolles Ganzes! Alles hat seinen Sinn und Platz. Wenn die vier Elemente - Erde, Feuer, Luft und Wasser zusammenwirken, ist alles möglich! 

Die Bienenkönigin 

Das Märchen von der Bienenkönigin fordert uns auf, anzunehmen, was ist. Es geht darum, den eigenen Standpunkt sowie den eigenen Platz im sozialen Gefüge einzunehmen sowie eine gute Beziehung zur Erde und allen ihren Bewohner*innen zu pflegen.


Aschenputtel

Das Märchen vom Aschenputtel berichtet uns u.a., dass es gut ist, Spiritualität im Alltag zu leben. Wir sollen die täglichen Aufgaben mit Freude erledigen und gleichzeitig uns kreative Freiräume im Alltag schaffen. Wir dürfen den Engeln lauschen und auf geistige Hilfe vertrauen. Die Mutterkraft ist energetisch immer für uns da, wir müssen uns nur mit ihr verbinden.

Dornröschen

Der Vater im Märchen vom Dornröschen lebt in seiner begrenzten Welt. Deshalb lädt er die 13. Fee nicht ein. Diese steht für etwas Neues, das über das Bisherige hinausgeht. Von ihr würde das Dornröschen Gaben erhalten, die es im Familiensystem so noch nicht gegeben hat. Das Märchen zeigt uns, dass man das Schicksal nicht verhindern kann. 

Inanna und Ereschkigal

Die Fruchtbarkeitsgöttin und ihre Schwester, die Göttin des Todes