Parentifizierung lösen!

21. März 2021


Fühlst Du Dich für Deine Eltern verantwortlich, obwohl sie nicht pflegebedürftig sind?

Fällt Dir Selfcare schwer?

Machst Du Dich gern für andere nützlich?


Wenn Eltern für ein Kind während der Kindheit emotional nicht ausreichend zur Verfügung stehen, weil sie selbst traumatisiert sind, ist die Gefahr für ein Kind groß, dass es in die Fürsorge-Rolle gegenüber Mutter oder Vater reingeht oder Partner- oder Partnerin-Ersatz wird. Das ist Parentifizierung, von Englisch: parents - Eltern. Da die Eltern-Kind-Beziehung eine Blaupause für alle weiteren Beziehungen im Leben ist, suchen sich Betroffene als Erwachsene immer wieder Beziehungen, in denen sie sich nützlich machen können, weil sie daraus vermeintlich ihren Wert ziehen. Zeitlebens fühlen sie sich verantwortlich gegenüber den Eltern, neigen zu Perfektionismus, Grübeleien, Wutanfällen, Traurigkeit etc. 

Parentifizierung ist ein schwere Bürde für die Betroffenen. Zunächst einmal müssen sie erkennen, dass sie die Elternrolle gegenüber ihren Eltern ein Stück weit eingenommen haben. Dann müssen sie verstehen, dass Eltern-Kind-Beziehungen anders funktionieren sollten, als sie das in der Kindheit erlebt und gelernt haben, nämlich dass die emotionale Fürsorge von den Eltern kommt und an die Kinder gegeben wird. Wenn sie das Thema verstandesmäßig begriffen haben, können aber bei einer Abgrenzung gegenüber den Eltern massive Schuldgefühle auftreten, denn das Verantwortungsgefühl wurde verinnerlicht.


Hier kann eine Beziehungsklärung mit Mutter und Vater in einer Systemaufstellung in Form des Autonomie-Trainings nach Dr. med. Ero Langlotz(R) helfen. Das Beziehungs-Traumaintrojekt wird auf einer symbolischen Ebene in der Systemaufstellung mit Figuren aus dem eigenen Raum entfernt. Die eigenen Rollen im fremden Raum werden getestet und man steigt bewusst daraus aus: Aus der Elternrolle, die man gegenüber den Eltern übernommen haben könnte, aus der Partnerrolle, aus der Rolle, das Leben der eigenen Eltern im Griff haben zu müssen, aus der Rolle, das Trauma des Elternteils von ihm abhalten zu müssen, damit er oder sie nicht noch schwächer wird etc. 

Getestet werden auch die Rollen der Eltern im eigenen Raum, d.h. wenn Eltern das Leben des Kindes kontrollieren oder sich dort einrichten wollen. Dann wird der jeweilige Elternteil mit allem Respekt aus dem eigenen Raum verwiesen.


Die Aufstellungen zur Bearbeitung der Parentifizierung finden in Präsenz oder online statt, in einem Aufstellungskurs oder als Einzelaufstellung. Ein Autonomie-Training nach Dr. Langlotz(R) dauert ca. 90 min. Synapsen im Gehirn werden neu geknüpft, so dass man sich gegenüber den Eltern und auch in anderen Beziehungen besser abgrenzen kann – ohne Schuldgefühle!